Was regelt das Lieferkettengesetz

Inhal­te Anzei­gen

Was regelt das Lieferkettengesetz?

In eini­gen euro­päi­schen Län­dern gibt es bereits Geset­ze bzgl. der Ver­ant­wor­tung der Unter­neh­men für Ihre Lie­fer­ket­te. Welt­wei­ter Vor­rei­ter in Sachen Men­schen­rech­te und Umwelt­schutz bei Aus­lands­ge­schäf­ten ist Frank­reich. Bei einer Ver­let­zung der Sorg­falts­pflich­ten kann das gemäß dem fran­zö­si­schen Lie­fer­ket­ten­ge­setz im Scha­dens­fall zur Haf­tung fran­zö­si­scher Unter­neh­men gegen­über Betrof­fe­nen füh­ren. Bleibt die fra­ge; Was regelt das Lieferkettengesetz?

All­ge­mein gese­hen soll ein Lie­fer­ket­ten­ge­setz Unter­neh­men für die Aus­wir­kun­gen Ihrer Pro­duk­te ver­pflich­ten oder auch in Haf­tung neh­men. Dies gilt nicht nur für die Pro­duk­te selbst die ein Unter­neh­men in sei­ner eige­nen Pro­duk­ti­on her­stellt, son­dern auch für Roh­stof­fe, Halb­fer­tig­pro­duk­te oder sogar Fertigprodukte.

Bei­spiels­wei­se sol­len die Unter­neh­men Trans­pa­renz dar­über her­stel­len, ob ein Pro­dukt z.B. unter unge­setz­li­chen Arbeits­be­din­gun­gen her­ge­stellt wur­de, des­sen Pro­duk­ti­on Umwelt­schä­den her­vor­ruft oder ob in irgend­ei­ner Art und Wei­se die Umwelt schä­digt. Das gilt jedoch nicht nur für die Pro­duk­ti­on, son­dern auch für den Trans­port inner­halb der gesam­ten Lieferkette.

 

Das deut­sche Lieferkettengesetz

Das deutsche Lieferkettengesetz

 

Die Bun­des­re­gie­rung hat sich in Ihrem Koali­ti­ons­ver­trag 2018 ver­pflich­tet, eine gesetz­li­che Rege­lung bzgl. der unter­neh­me­ri­schen Sorg­falts­pflicht zu erlas­sen, wenn nicht die Mehr­heit deut­scher Groß­un­ter­neh­men bis zum Jahr 2020 ent­spre­chen­de Pro­zes­se frei­wil­lig realisiert.

In einem von der Bun­des­re­gie­rung im Jahr 2020 durch­ge­führ­ten Moni­to­ring, wur­de schluss­end­lich über­prüft inwie­weit Unter­neh­men mit über 500 Mit­ar­bei­tern die­ser Sorg­falts­pflicht nach­ge­kom­men waren. Gemäß dem Abschluss­be­richt des Moni­to­rings im Okto­ber 2020 erfüll­ten dabei 13–17 % der unter­such­ten Unter­neh­men frei­wil­lig den Anfor­de­run­gen des „Natio­na­len Akti­ons­plan für Wirt­schaft und Men­schen­rech­te“ (NAP), den die Bun­des­re­gie­rung als Grund­la­ge für das Moni­to­ring her­an­ge­zo­gen hat. Maxi­mal 12% der unter­such­ten Unter­neh­men befan­den sich dem­nach „auf einem guten Weg, die NAP-Anfor­de­run­gen zu erfül­len.
Gemes­sen am Ziel­wert der Bun­des­re­gie­rung von min­des­tens 50% „NAP-Erfül­lern“, wur­de die­ser defi­ni­tiv verfehlt.

Auf Grund die­ses Ergeb­nis­ses wur­de gemäß der Richt­li­nie im Koali­ti­ons­ver­trag das deut­sche Lie­fer­ket­ten­ge­setz auf den Weg gebracht und nach eini­gen Hür­den am 03.03.2021 verabschiedet.

 

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Das deut­sche Lieferkettengesetz

Für wen gilt das Gesetz?

Ab 2023 zunächst für Unter­neh­men mit mehr als 3.000 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern – das betrifft rund 600 Unter­neh­men in Deutschland.

Ab 2024 für Unter­neh­men mit mehr als 1.000 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern – das betrifft rund 2.900 Unter­neh­men in Deutschland.

Nach 2024 soll der Anwen­dungs­be­reich des Geset­zes über­prüft werden.

Wozu wer­den die Unter­neh­men ver­pflich­tet, was regelt das deut­sche Lieferkettengesetz?

Die Sorg­falts­pflich­ten der Unter­neh­men erstre­cken sich auf die gesam­te Lie­fer­ket­te – vom Roh­stoff bis zum fer­ti­gen Verkaufsprodukt.

Die Anfor­de­run­gen an die Unter­neh­men sind nach den unter­schied­li­chen Stu­fen in der Lie­fer­ket­te abgestuft:

      • eige­ner Geschäftsbereich,
      • unmit­tel­ba­rer Zulieferer,
      • mit­tel­ba­rer Zulieferer.

Und nach:

      • Art und Umfang der Geschäftstätigkeit,
      • dem Ein­fluss­ver­mö­gen des Unter­neh­mens auf den unmit­tel­ba­ren Ver­ur­sa­cher der Verletzung,
      • der typi­scher­wei­se zu erwar­ten­den Schwe­re der Verletzung.

Die Anfor­de­run­gen sind nach dem Ein­fluss­ver­mö­gen der Unter­neh­men in der Lie­fer­ket­te abgestuft.

Im eige­nen Unter­neh­men und bei unmit­tel­ba­ren Zulieferbetrieben:

      • Grund­satz­er­klä­rung zur Ach­tung der Men­schen­rech­te verabschieden.
      • Risi­ko­ana­ly­se: Ver­fah­ren zur Ermitt­lung nach­tei­li­ger Aus­wir­kun­gen auf die Men­schen­rech­te durchführen.
      • Risi­ko­ma­nage­ment (inklu­si­ve Abhil­fe­maß­nah­men) zur Abwen­dung poten­zi­ell nega­ti­ver Aus­wir­kun­gen auf die Menschenrechte
      • Beschwer­de­me­cha­nis­mus einrichten.
      • Trans­pa­rent öffent­lich Bericht erstatten.

Im Fall einer Ver­let­zung muss es im eige­nen Geschäfts­be­reich unver­züg­lich Abhil­fe­maß­nah­men ergrei­fen, die zwin­gend zur Been­di­gung der Ver­let­zung füh­ren. Zudem muss es wei­te­re Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men einleiten.

Wenn das Unter­neh­men die Ver­let­zung beim unmit­tel­ba­ren Zulie­fe­rer nicht in abseh­ba­rer Zeit been­den kann, muss es einen kon­kre­ten Plan zur Mini­mie­rung und Ver­mei­dung erstellen.

Bei mit­tel­ba­ren Zulieferern:

Hier gel­ten die Sorg­falts­pflich­ten nur anlassbezogen.

Erlangt das Unter­neh­men Kennt­nis von einem mög­li­chen Ver­stoß bei einem mit­tel­ba­ren Zulie­fe­rer, so hat es unverzüglich:

      • eine Risi­ko­ana­ly­se durchzuführen,
      • ein Kon­zept zur Mini­mie­rung und Ver­mei­dung umsetzen,
      • ange­mes­se­ne Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men gegen­über dem Ver­ur­sa­cher zu verankern.

Wie wird das Gesetz durchgesetzt?

Das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le gewähr­leis­tet die effek­ti­ve Durch­set­zung des Gesetzes.

      • Bei Ver­stö­ßen gegen das Gesetz sind Buß­gel­der möglich.
      • Unter­neh­men kön­nen bei schwer­wie­gen­den Ver­stö­ßen bis zu drei Jah­ren von der öffent­li­chen Beschaf­fung aus­ge­schlos­sen werden.
      • Gleich­zei­tig wird es sub­stan­zi­el­le Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te der Bun­des­re­gie­rung für Unter­neh­men geben.

Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen steht zwar kein eige­nes Kla­ge­recht zu, sie kön­nen aber betrof­fe­ne Per­so­nen bei ihrer Kla­ge vor einem deut­schen Gericht unterstützen.

Quel­le: bmz.de

 

Das deut­sche Lie­fer­ket­ten­ge­setz — Pro und Contra

Con­tra

Die Kri­ti­ker des Lie­fer­ket­ten­ge­set­zes befürch­ten nega­ti­ve Fol­gen für die Wirt­schaft. Sie war­nen vor nicht kon­trol­lier­ba­ren juris­ti­schen Kon­se­quen­zen. Vor allem kri­ti­sie­ren Sie, dass der Staat eine Kon­troll­pflicht auf­er­legt, der jedoch nicht ein­mal selbst nach­kom­men könne.

Beson­ders bei der Umset­zung sehen die Inter­es­sen­ver­tre­te der Arbeit­ge­ber­sei­te, als auch der Indus­trie sowie den Ein­zel­han­dels­ver­bän­den Probleme.

Pro

Grund­sätz­lich herrscht in der Bevöl­ke­rung eine gro­ße Zustim­mung für die Rege­lung durch ein Lie­fer­ket­ten­ge­setz. Auch Orga­ni­sa­tio­nen aus den Berei­chen Umwelt, Ent­wick­lung und Men­schen­rech­te sowie Kir­chen und Gewerk­schaf­ten for­dern von der Bun­des­re­gie­rung eine gesetz­li­che Richt­li­nie (Initia­ti­ve Lie­fer­ket­ten­ge­setz). Hier­bei wer­den von die­sen Orga­ni­sa­tio­nen zudem For­de­run­gen laut, die gesam­te Wert­schöp­fungs­ket­te, als auch ent­spre­chen­de Sank­tio­nen zu inkludieren.

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Das for­dert die „Initia­ti­ve Lieferkettengesetz“

 

1.Die gan­ze Lie­fer­ket­te muss drin sein.

Vie­le Men­schen­rechts­ver­stö­ße ereig­nen sich am Beginn der Lie­fer­ket­ten, z.B. Kin­der­ar­beit auf Plan­ta­gen oder die Ver­trei­bung von Men­schen für Berg­bau­pro­jek­te. Nicht ohne Grund sehen die UN-Leit­prin­zi­pi­en für Men­schen­rech­te daher vor, dass Unter­neh­men pro-aktiv und sys­te­ma­tisch Risi­ken ent­lang ihrer gesam­ten Lie­fer­ket­te ana­ly­sie­ren und dann Maß­nah­men ergrei­fen, die sich an Aus­maß und Umfang der Men­schen­rechts­ver­stö­ße und ihren eige­nen Ein­fluss­mög­lich­kei­ten bemes­sen. Die Regeln des Lie­fer­ket­ten­ge­set­zes muss sich klar an die­sem inter­na­tio­na­len Stan­dard ori­en­tie­ren. Ein Rück­schritt dahin­ter, wie er durch die abge­stuf­ten Pflich­ten im Refe­ren­ten­ent­wurf vor­ge­se­hen ist, ist inak­zep­ta­bel und birgt einen Anreiz zum Weg­schau­en bei drän­gen­den Her­aus­for­de­run­gen in der tie­fe­ren Lieferkette.

 

2.Haftung muss drin sein.

Wer im Aus­land von Schä­den durch Sorg­falts­pflicht­ver­let­zun­gen betrof­fen ist, muss vor deut­schen Gerich­ten auf Wie­der­gut­ma­chung kla­gen kön­nen. Des­we­gen ist eine expli­zi­te zivil­recht­li­che Haf­tungs­re­gel mit Anwen­dungs­vor­rang nötig. Sie gewähr­leis­tet bei Scha­dens­fäl­len einen ange­mes­se­nen Zugang zum Recht. Die Mög­lich­keit zur Ver­tre­tung der Betrof­fe­nen im Ver­fah­ren durch Orga­ni­sa­tio­nen und Gewerk­schaf­ten ist ein Fort­schritt, aber sie löst vie­le Pro­ble­me nicht. Ein Haf­tungs­ri­si­ko stellt außer­dem den wirk­sams­ten Anreiz für Unter­neh­men dar, men­schen­recht­li­che und Umwelt­ri­si­ken in ihren Lie­fer­ket­ten durch ange­mes­se­ne Sorg­falts­maß­nah­men zu minimieren.

 

3.Umwelt muss drin sein.

Die Umwelt muss als unab­hän­gi­ges Schutz­gut in das Gesetz auf­ge­nom­men wer­den. Der Geset­zes­ent­wurf grenzt umwelt­be­zo­ge­nen Sorg­falts­pflich­ten ein auf zwei inter­na­tio­na­len Abkom­men und eini­ge Umwelt­gü­ter in Ver­bin­dung mit Men­schen­rech­ten. So ent­ste­hen Schutz­lü­cken – auch für Men­schen­rech­te. Die eigen­stän­di­ge umwelt­be­zo­ge­ne Sorg­falts­pflicht muss alle für Deutsch­land ver­bind­li­chen inter­na­tio­na­len und euro­päi­schen Stan­dards umfas­sen. Das Lie­fer­ket­ten­ge­setz darf die Schutz­gü­ter Kli­ma und Bio­di­ver­si­tät nicht aus­klam­mern. Es muss die Umwelt­gü­ter ganz­heit­lich und lang­fris­tig sichern.

 

4.Alle rele­van­ten Unter­neh­men müs­sen drin sein.

Der Geset­zes­ent­wurf will ledig­lich knapp 3.000 Unter­neh­men mit über 1.000 Mit­ar­bei­ten­den erfas­sen. Gro­ße Unter­neh­men mit über 250 Mit­ar­bei­ten­den haben in der Regel die Mit­tel, ihre Sorg­falts­pflicht in den Lie­fer­ket­ten zu erfül­len. Sie dür­fen nicht aus ihrer Pflicht ent­las­sen wer­den. Auch klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men (KMU) in risi­ko­rei­chen Sek­to­ren haben Ein­fluss auf die Men­schen­rech­te in Lie­fer­ket­ten. Auch sie soll­ten Sorg­falts­pflich­ten im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten erfül­len. Die aktu­el­le Beschrän­kung erschwert, dass klei­ne­re und gro­ße Play­er in risi­ko­rei­chen Bran­chen gemein­sam bestehen­de Her­aus­for­de­run­gen ange­hen. Eine Beschrän­kung auf Unter­neh­men mit Sitz in Deutsch­land benach­tei­ligt die­se unge­recht­fer­tigt. Das Gesetz soll­te des­halb für alle in Deutsch­land geschäfts­tä­ti­gen Unter­neh­men gelten.

Quel­le: Lieferkettengesetz.de

 

EU-Lie­fer­ket­ten­ge­setz

EU-Lieferkettengesetz

 

Nach­dem am 03.03. im Bun­des­ka­bi­nett ein Geset­zes­ent­wurf für ein deut­sches Lie­fer­ket­ten­ge­setz ver­ab­schie­det wur­de, erfolgt kurz dar­auf in Brüs­sel eine Abstim­mung zum EU-Lie­fer­ket­ten­ge­setz im Euro­pa Par­la­ment. Dabei war es span­nend, wie weit die EU hier gehen möchte.

Der dama­li­ge Kom­men­tar des EU-Jus­tiz­kom­mis­sars Didier Reyn­ders: „Wir wol­len weit gehen, weit die Lie­fer­ket­te her­un­ter und weit, was die Zahl der betrof­fe­nen Unter­neh­men betrifft.“ Eine Schwel­le von zunächst 3.000 Mit­ar­bei­tern 2023 oder 1.000 ein Jahr dar­auf, wie in Ber­lin geplant, sei zu wenig. Hier bleibt wie­der­um die Fra­ge: Was regelt das Lie­fer­ket­ten­ge­setz der EU im Ver­gleich zum deut­schen Lieferkettengesetz?

Auch Kleinst­be­trie­be sind nach der Äuße­rung Reyn­ders betroffen

„Die Grö­ße der Unter­neh­men sagt nichts aus“, sag­te der EU-Jus­tiz­kom­mis­sar der Zei­tung. Die Ein­fuhr von Tex­ti­li­en, die von Zwangs­ar­bei­tern gepflück­te Baum­wol­le ent­hal­ten, kön­ne ein Kleinst­be­trieb orga­ni­sie­ren. Die EU-Kom­mis­si­on wer­de des­halb in ihrem für Juni geplan­ten Vor­schlag für ein EU-Lie­fer­ket­ten­ge­setz alle Unter­neh­men ein­be­zie­hen, egal wel­cher Größe.

Mit 504 JA-Stim­men, 79 NEIN-Stim­men und 112 Ent­hal­tun­gen wur­de schließ­lich im EU-Par­la­ment die legis­la­ti­ve Ent­schlie­ßung zum EU-Lie­fer­ket­ten­ge­setz ver­ab­schie­det. Bei der Ent­schlie­ßung han­delt es sich nicht ein­fach nur um irgend­ei­ne Beschluss­vor­la­ge, son­dern um einen kon­kre­ten Gesetzestext.

Eini­ge Details aus dem Entschließungstext:

  • Die EU-Richt­li­nie soll auch für klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men gelten.
  • Unter­neh­men, die kei­ne Risi­ko­er­klä­rung ver­öf­fent­li­chen sol­len trotz­dem kon­trol­liert und bei Ver­stö­ßen haft­bar gemacht werden.
  • Selbst Unter­neh­men, die kei­ne Risi­ko­er­klä­run­gen ver­öf­fent­li­chen, soll­ten nicht von etwai­gen Kon­trol­len oder Unter­su­chun­gen aus­ge­nom­men werden.
  • Die Unter­neh­men müs­sen ziel­füh­ren­de, sinn­vol­le und sach­kun­di­ge Gesprä­che mit den Sta­ke­hol­dern führen.
  • Unter­neh­men die Eigen­tum des Staa­tes sind oder von ihm kon­trol­liert wer­den, sol­len nur noch Dienst­leis­tun­gen von Unter­neh­men bezie­hen, die die Sorg­falts­pflicht erfüllt haben.
  • Die Sorg­falts­pflicht soll in einem Pro­zess bestehen der von den Unter­neh­men ein­ge­rich­tet wird, der die Aus­wir­kun­gen iden­ti­fi­ziert, über­wacht, kom­mu­ni­ziert und bei Bedarf dar­auf reagiert.
  • Umweltschädliche/gesundheitliche Aus­wir­kun­gen wer­den expli­zit erwähnt und sol­len eben­falls über­wacht werden.
  • Die Bericht­erstat­tung ist aus­drück­lich NICHT nur auf die Stu­fe 1 der Lie­fer­ket­te beschränkt. 

Quel­le: EU-Ent­schlie­ßungs­text

 

Lie­fer­ket­ten­ge­setz und KMUs

Für vie­le klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­mens­grö­ßen sind die Akti­vi­tä­ten in Ber­lin und Brüs­sel noch nicht bewert­bar. Sehr oft wird von den KMU auf die Grö­ßen­ord­nung der Unter­neh­men ver­wie­sen (Groß­un­ter­neh­men, Indus­trie, Kon­zer­ne,…), für die die Geset­ze aus Deutsch­land und der EU gel­ten wer­den. Aller­dings wird dabei über­se­hen, dass die KMUs (wenn auch indi­rekt) hier sehr wohl stark betrof­fen sind.

Indi­rek­tes Lieferkettengesetz

Wenn gleich auch die gro­ßen Unter­neh­men, für die die Lie­fer­ge­setz­te per Gesetz­te gere­gelt, genau beschrie­ben und damit defi­niert sind, zukünf­tig einer direk­ten gesetz­li­chen Richt­li­nie fol­gen müs­sen, sind schluss­end­lich die klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men (Zulie­fe­rer) eben­so stark betroffen.

Bereits seit län­ge­rem wer­den von Groß­un­ter­neh­men strik­te Vor­ga­ben bzgl. der Lie­fer­be­din­gun­gen und damit der Zulas­sung als Zulie­fe­rer erhoben.

 

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Vor­ga­ben der Großunternehmen:

 

So stark wächst der Druck auf die Zulie­fe­rer (FAZ 29.01.2020)

… Geld­ge­ber, die nach­hal­tig inves­tie­ren wol­len, rich­ten ihr Augen­merk auf die gesam­te Lie­fer­ket­te. Das bedeu­tet für vie­le Zulie­fe­rer, dass sie an ihrer Kli­ma­bi­lanz arbei­ten müs­sen – ansons­ten könn­te es teu­er wer­den. …
… Wie hältst du’s mit der Nach­hal­tig­keit? Das ist die wich­ti­ge Fra­ge, die der­zeit alle Unter­neh­men gestellt bekom­men. Geld­ge­ber und gro­ße Inves­to­ren wie Black­rock üben immer stär­ke­ren Druck auf Unter­neh­men aus, ESG-Kri­te­ri­en ernst zu neh­men… [1]

 

Daim­ler-Chef Ola Käl­le­ni­us hat jüngst ange­kün­digt, „knall­har­te Ver­ga­be­kri­te­ri­en“ für Zulie­fe­rer ein­zu­füh­ren, damit die­se nach­hal­ti­ger pro­du­zie­ren (18.10.2020):

… dass nicht nur die Auto­bau­er, son­dern auch die Zulie­fe­rer nach­hal­ti­ger pro­du­zie­ren müss­ten.
In der Zukunft wür­de dies zu einem „knall­har­ten Ver­ga­be­kri­te­ri­um“ wer­den. „Ich kann jedem emp­feh­len, der noch kei­nen Plan hat, einen Plan zu machen“, sag­te Käl­le­ni­us. …
… bei Daim­ler durch­aus auf dem Schirm habe, dass es vor allem mitt­le­ren und klei­nen Zulie­fe­rern wirt­schaft­lich schlecht geht. Man wol­le die­se mit neu­en Ver­ga­be­kri­te­ri­en nicht an den Rand der Exis­tenz drän­gen – im Zwei­fel sei man sogar bereit, ihnen ent­ge­gen­zu­kom­men. Wich­tig sei aber – und hier scheint Daim­ler Ernst zu machen – die Dekar­bo­ni­sie­rung ent­lang der gesam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te durch­zu­set­zen. Es brin­ge nichts, dies nur bei den Auto­bau­ern zu berück­sich­ti­gen, wenn die gesam­te Zulie­fer­indus­trie sich nicht dar­an hält, … [2]

 

BMW-Chef Zip­se: Radi­ka­le Schrit­te für mehr Nach­hal­tig­keit (01.07.2020):

… Unter ganz­heit­lich gedach­ter Nach­hal­tig­keit ver­steht Oli­ver Zip­se offen­bar auch The­men, die auf den ers­ten Blick über den Ver­ant­wor­tungs­be­reich der BMW Group hin­aus­ge­hen. Hier­zu zäh­len bei einer voll­stän­di­gen Betrach­tung bereits die Umstän­de der Roh­stoff-Gewin­nung, aber auch die Umstän­de der Arbeit bei den Zulie­fe­rern und deren Lie­fe­ran­ten. … [3]

 

VW NACH­HAL­TIG­KEIT BEI ZULIE­FE­RER WIRD WICH­TI­GER – DROHT STRA­FEN AN (25. Mai 2019)

…„Es gibt einen Vor­stands­be­schluss auf Kon­zern­ebe­ne: Wir wer­den Nach­hal­tig­keit ab 1. Juli als ver­pflich­ten­des Ver­ga­be­kri­te­ri­um eta­blie­ren“, …
VW will Zulie­fe­rer unter die Lupe neh­men:
… „Jeg­li­chen Ver­stoß gegen Men­schen­rech­te und Sorg­falts­pflich­ten wird VW nicht tole­rie­ren. Die denk­ba­ren Sank­tio­nen rei­chen bis hin zu einem Aus­schluss aus der Lie­fer­ket­te.“ …
… „Wich­tig ist hier­bei die Ent­wick­lung und Anwen­dung von stan­dar­di­sier­ten Ver­fah­ren, mit denen die CO2-Wer­te der Bau­tei­le mit einer ver­gleich­bar hohen Daten­qua­li­tät ermit­telt wer­den kön­nen.“ … [4]

 

Cove­stro – welt­weit füh­ren­der Her­stel­ler von High­tech-Poly­mer­werk­stof­fen (aktu­el­le Website):

… Uns ist wich­tig, dass nicht nur wir selbst nach­hal­tig han­deln und pro­du­zie­ren, son­dern auch unse­re Zulie­fe­rer unse­ren Stan­dards gerecht wer­den. Unser Ziel ist, dass all unse­re stra­te­gi­schen Zulie­fe­rer bis 2025 unse­re Nach­hal­tig­keits­an­for­de­run­gen nach­weis­lich erfül­len. Schließ­lich …
… Aus die­sem Grund hat Cove­stro einen „Ver­hal­tens­ka­ta­log für Zulie­fe­rer“ erstellt, in dem die grund­le­gen­den Wer­te unse­res Unter­neh­mens auf­ge­führt sind. Cove­stro erwar­tet, dass alle Zulie­fe­rer die­se Prin­zi­pi­en befol­gen und imple­men­tie­ren … [5]

 

Wenn Sie Fra­gen zum The­ma “Was regelt das Lie­fer­ket­ten­ge­setz” haben, kön­nen wir uns ger­ne per­sön­lich zu die­sem The­ma aus­tau­schen. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und bereits exis­tie­ren­de Lösun­gen erhal­ten Sie unter den ver­link­ten Kon­takt­in­for­ma­tio­nen.

 

Quel­len:

[1] FAZ

[2] Daim­ler

[3] BMW

[4] VW

[5] Cove­stro